Du wirst immer da sein...
jede Nacht, wenn der Mond lächelt
jeden Tag, wenn der Wind weht, es regnet
jedes mal wenn ich einen Regenbogen sehe

Immer wenn ich in mein Herz schaue!
Ich lass dich jetzt los...
Regentropfen, deine Tränen berühren meine Tränen
geh über den Regenbogen zum Mond
und lächle... Mein Stern!

 

Wenn du lächelst

 

erblüht in sanften Farben

das Licht

 

Wärmende Strahlen

fallen in mich hinein 

Sterne kreisen

durch die Ewigkeit 

Nachtwolken umstreicheln

mich weich 

Verschenkst mir ein ganzes

Himmelreich

 

Zärtlicher Schlüssel

aus Harmonie und

Herzlichkeit

 

Der Himmelsbogen

spannt sich weit 

Bereit für

Ziel und Ewigkeit 

Im Licht der Zärtlichkeit 

das Herz in den

Himmel steigt

 

 

Deine Augen

Voller Trauer

Neigt das Leben sich zur Ruh

Dunkel, groß und in der Tiefe

Bleibt die Sehnsucht

Nach dem Du

Deine Stimme trägt die Liebe

Lautlos schmiegt dein Atem

Warm und tröstend mein Gesicht

Auf der langen Reise

Weht der warme Wind von Süden

Durch das Gras

Den späten Frieden

 

Sorge dich nicht, um das was kommen mag,

weine nicht,  um das was vergeht. 

Aber sorge, dich nicht selbst zu verlieren

und weine, wenn du dahintreibst 

im Strome der Zeit

ohne den Himmel in dir zu tragen. 

(Friedrich Schleierbacher)

 

Denn jeder Tag 

Denn jeder Tag ist unvollendet 

Wieder ein Augenblick

unwiederbringlich  

Wieder ein Atemhauch

nicht rückholbar 

Wieder ein welkes Blatt

das zu Boden fällt 

Wieder legt sich das Licht

in das Dunkel der Nacht-

 

Das erlösende Wort

ist nur gedacht-

 

Runen im Wind

 

Ich habe deine Stimme verloren

Im Schlaf wachen alte Träume

Dunkel rollen die Wellen

An die Küste der Einsamkeit

 

Du hast die Flügel

In den Wind gehoben

Und die Runen

In den Sand gegraben

 

Ich pflücke den Strauß

Vom Strandhafer und Tang

Und lege ihn

An unser Grab

 

(R .Schubert)

 

Anfang und Ende der Dinge

werden dem Menschen

immer ein Geheimnis bleiben.

 

Er ist ebenso unfähig,

das Nichts zu sehen,

aus dem er stammt, 

wie die Unendlichkeit zu erkennen,

die ihn verschlingen wird

(Blaise Pascal)

 

Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer

Vom Meere erstrahlt;

Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer

In Quellen malt. 

Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege,

Der Staub sich hebt;

In tiefrer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege

Der Wanderer bebt. 

Ich höre dich, wenn dort mit dumpfen Rauschen

Die Welle steigt.

Im stillen Haine geh ich oft zu lauschen,

Wenn alles schweigt. 

Ich bin bei dir, du seist auch noch so ferne,

Du bist mir nah !

Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne.

Oh wärst du da!

(Goethe)

 

Ich habe es dir immer gewünscht

dass du es bestimmst

wann es vorbei sein soll

dass du einschläfst

wenn du des Lebens genügend müde geworden bist

dass du deinen Krieg beendest

niemals kapitulierst

sondern am Ende das Leben besiegst

Ich habe es dir immer gewünscht

dass du den Zeitpunkt bestimmst

dass du sagst oder nicht

wann du gehen möchtest

          dorthin

Wo der Schmerz nur Erinnerung ist

           dorthin

wo dein Lachen jeder sieht

und wo Leben zeitlos wird.

 

Und doch- es tut weh

 

Ein Gedicht von Hermann Hesse

Ein Tod zur Unzeit "Jetzt bist du schon gegangen, Kind,

Und hast vom Leben nichts erfahren,

 Indes in unsern welken Jahren Wir Alten noch gefangen sind.

 Ein Atemzug, ein Augenspiel, Der Erde Luft und Licht zu schmecken,

 War dir genug und schon zuviel; Du schliefest ein, nicht mehr zu wecken.

 Vielleicht in diesem Hauch und Blick Sind alle Spiele, alle Mienen

Des ganzen Lebens dir erschienen, Erschrocken zogst du dich zurück.

 Vielleicht wenn unsre Augen, Kind, Einmal erlöschen, wird uns scheinen,

 Sie hätten von der Erde, Kind, Nicht mehr gesehen als die deinen."

 

 

Kleines Herz                         von Ararat

 

Sprachlos stehen wir wie angewurzelt da,

die Zeit steht still, Gedanken ohne Ziel.

Wir können nicht begreifen warum alles das geschah,

schnell das alles lief, der Schrecken sitzt noch tief.

Es war wie ein Sturm, Gott sei Dank es ist vorbei,

trotzdem sehen wir die Spuren überall.

Unser Mut wie gelähmt die Hände schwer wie Blei,

doch dort am Horizont ein erster heller Strahl.

 

Refrain:

Wer weiter geht, als mein kleines Herz begreift,

durch meine Tränenwand, hinüber in das Land,

dort wo jeder Atemzug den Himmel streift,

wo jedes Wort mich freut

und Hoffnungssterne in mein Leben streut.

 

An dunkle Wolken haben wir uns nach und nach gewöhnt,

das Licht nicht mehr geglaubt, aller Träume beraubt,

die Grabesstimme hat uns in den Ohren gedröhnt,

die Tage wurden lang, als kein Lachen mehr erklang. 

Doch wir bleiben nicht stehn und wir singen unser Lied,

das verstummt war von Schmerz und Traurigkeit.

Am Himmel wird es hell weil der Schatten sich verzieht

wir sind nun zum nächsten Schritt bereit.

 

Refrain:

 

Wer weiter geht als mein kleines Herz begreift,

durch meine Tränenwand hinüber in das Land,

dort wo jeder Atemzug den Himmel streift,

wo jedes Wort mich freut

 und Hoffnungssterne in mein Leben streut.
 

Steht nicht weinend an meinem Grab

 

Ich bin tausend Winde, die verwehn'

ich bin das Glitzern der Sonne im 

 

ich bin das Sonnenlicht auf reifem

 

ich bin der sanfte Regen im Herbst,

ich bin die Morgenröte der kleine

 

der zum Himmel aufsteigt,

ich bin das sanfte Sternenlicht in der

 

Steht nicht weinend an meinem Grab.

Ich bin nicht dort unten,ich schlafe

 

(American Indian)

 

Bilder    von dir - Streiflichter in meiner Seele,

 

Gedanken  kommen und gehen.....immer wieder.

 

Schmerz    macht sich breit, raubt den Verstand,

 

Lähmt, macht stumm und taub................     tut weh.

 

Und doch...........    es geht weiter,

das Leben.........

jedoch...ohne dein Lachen...deine Nähe,

.........deine Wärme......deine Liebe und

 

Ohne dich

 

 

Das Leben- voller Missverständnisse

Zorn, doch kein Mut.

 

Die Sprachlosigkeit - keine Perspektive gesehen,

keine Ebene gefunden,

ohne Kompromisse....aufgegeben.

 

In die Resignation gefallen........

liegen geblieben,

die Stille akzeptiert,

 

 Schublade  gefüllt

und mit Erinnerungen

ganz  fest verschlossen.

 

Das Leben - tut weh,

ohne die Akzeptanz der Realität

und die Flucht

in das Reich deiner Träume

 

 

Geflüchtet ....in eine Welt der Isolation,

 

Schmerz  mit Zorn betäubt,

verdrängt die Liebe ins Aus.

 

Schließt die Erinnerung ein,

geblieben ist Hass und Mutlosigkeit.

 

Doch die Hand die gereicht nie gesehen ,

Worte ganz leis nicht gehört,

 

lässt dich fallen so tief......

der Boden unter deinen Füßen tat sich auf,

fühlst dich verloren denn niemand fängt dich ,

 

und tapfer hälst du’s aus. 

(Lyrics by H.S.)

 

 

 

Spuren im Sand

 

 

Eines Nachts hatte ich einen Traum:

Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.

Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten,

Streiflichtern gleich,

Bilder aus meinem Leben.

Und jedesmal sah ich zwei Fußspuren im Sand:

meine eigene – und die meines Herrn.

 

Als das letzte Bild an meinen Augen

vorübergezogen war,

blickte ich zurück.

Ich erschrak, als ich entdeckte,

dass an vielen Stellen meines Lebensweges

nur  eine  Spur zu sehen war.

Und das waren gerade

die schwersten Zeiten meines Lebens.

 

Besorgt fragte ich den Herrn:

„Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen,

da hast du mir versprochen,

auf allen Wegen bei mir zu sein.

Aber jetzt entdecke ich,

dass in den schwersten Zeiten meines Lebens

nur  eine  Spur im Sand zu sehen ist.

Warum hast du mich allein gelassen,

als ich dich am meisten brauchte?“

 

Da antwortete der Herr:

„Mein liebes Kind, ich liebe dich

und ich werde dich nie allein lassen.

Erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten!

Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast,

da habe ich dich getragen . . .“  

Margaret Fishback-Powers

 

Kinder

 

Sind so kleine Hände winzig Finger dran.
Darf man nie drauf schlagen, die zerbrechen dann.

Sind so kleine Füße mit so kleinen Zehn.
Darf man nie drauf treten,

 können  sonst nicht gehen.

Sind so kleine Ohren scharf, und ihr erlaubt.
Darf man nie zerbrüllen, werden davon taub.

Sind so schöne Münder sprechen alles aus.
Darf man nie verbieten, kommt sonst nichts mehr raus.

Sind so klare Augen, die noch alles sehn.
Darf man nie verbinden, könn sie nichts verstehn.

Sind so kleine Seelen offen und ganz frei.
Darf man niemals quälen, gehen kaputt dabei.

Ist son kleines Rückgrat sieht man fast noch nicht.
Darf man niemals beugen, weil es sonst zerbricht.

Grade, klare Menschen wärn ein schönes Ziel.
Leute ohne Rückgrat haben wir schon zuviel

(Bettina Wegner)

 

Eure Kinder sind nicht eure Kinder.  

Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht 

 

Sie kommen durch euch, aber nicht von euch. 

 

 

 

Denn sie haben ihre eigenen Gedanken. 

 

aber Nicht ihren Seelen.  

Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, 

 

 

Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein

Aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.

 Denn das Leben läuft nicht rückwärts,

noch Verweilt es im Gestern.

 Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder

als Lebende Pfeile ausgeschickt werden.

 Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit,

und Er spannt euch mit Seiner Macht,

damit seine Pfeile schnell und Weit fliegen.

 Lasst euren Bogen von der Hand

des Schützen auf Freude gerichtet sein.

 Denn so wie Er den Pfeil liebt, der fliegt,

So liebt Er auch den Bogen, der fest ist

 (Khalil Gibran: Der Prophet)

 


 



Und was ist hinter dem Hügel?
Hört dort die Welt auf?
Hinter dem Hügel ist noch ein Hügel.
Die Welt hört dort nicht auf.
Und hinter dem andern Hügel,
hört dort die Welt auf?
Hinter dem Hügel ist noch ein Hügel
und noch ein Hügel
und noch ein Hügel ...
Die Welt hört dort nicht auf.

Und was ist hinter dem Berg?
Hört dort die Welt auf?
Hinter dem Berg ist noch ein Berg.
Die Welt hört dort nicht auf.
Und hinter dem andern Berg,
hört dort die Welt auf?
Hinter dem Berg ist noch ein Berg
und noch ein Berg
und noch ein Berg ...
Die Welt hört dort nicht auf.

Und was ist hinter dem Stern?
Hört dort die Welt auf?
Hinter dem Stern ist noch ein Stern.
Die Welt hört dort nicht auf.
Und hinter dem andern Stern,
hört dort die Welt auf?
Hinter dem Stern ist noch ein Stern
und noch ein Stern
und noch ein Stern ...
Die Welt hört dort nicht auf.

Von: Ernst A. Ekker

 

 

Du konntest nicht wie die Sonne sein,
aber Du konntest wie sie viel Wärme schenken.
Wärme jenen Menschen,
deren Herzen unter der Gleichgültigkeit
der anderen frieren

Du konntest nicht wie die Blume sein.
Aber du konntest wie sie Freude bringen.
Freude in das Leben jener Menschen,
die sich alleine fühlten
und auf ein wenig Zuwendung warteten.

Du konntest nicht wie einer der Sterne sein,
die am Himmel leuchten.
Aber du konntest wie sie zu einem Licht werden.
Zu einem Licht für jene Menschen,
die sich danach sehnten.

 Irmgard Erath

 



 

 

Ich denken dein, wenn mir der Sonne Schimmer

Vom Meere erstrahlt;

Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer

In Quellen malt.

 

Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege,

Der Staub sich hebt;

In tiefrer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege

Der Wanderer bebt.

 

Ich höre dich, wenn dort mit dumpfen Rauschen

Die Welle steigt.

Im stillen Haine geh ich oft zu lauschen,

Wenn alles schweigt.

 

Ich bin bei dir, du seist auch noch so ferne,

Du bist mir nah !

Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne.

Oh wärst du da!

(Goethe)

 


 

Der Tod ist nichts,
ich bin nur in das Zimmer nebenan gegangen.
Ich bin ich, ihr seid ihr.
Das, was ich für euch war, bin ich immer noch.
Gebt mir den Namen, den ihr mir immer gegeben habt.
Sprecht mit mir, wie ihr es immer getan habt.
Gebraucht nicht eine andere Redensweise,
seid nicht feierlich oder traurig.
Lacht weiterhin über das, worüber wir gemeinsam gelacht haben.
Betet, lacht, denkt an mich, betet für mich.
Damit mein Name im Hause ausgesprochen wird,
so wie es immer war,
ohne irgend eine besondere Betonung, ohne die Spur eines Schattens.
Das Leben bedeutet das, was es immer war.
Der Faden ist nicht durchschnitten.
Warum soll ich nicht mehr in euren Gedanken sein,
nur weil ich nicht mehr in eurem Blickfeld bin?
Ich bin nicht weit weg,
nur auf der anderen Seite des Weges.

 

 

IM NEBEL

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.

(Rainer Maria Rilke)

 

HERBST

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
Als welkten in den Himmeln ferne Gärten

Sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
Aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
Unendlich sanft in seinen Händen hält.

(Hermann Hesse)

 

Klage

Uns ist kein Sein vergönnt. Wir sind nur Strom,
Wir fließen willig allen Formen ein:
Dem Tag, der Nacht, der Höhle und dem Dom,
Wir gehn hindurch, uns treibt der Durst nach Sein.

So füllen Form um Form wir ohne Rast,
Und keine wird zur Heimat uns, zum Glück, zur Not,
Stets sind wir unterwegs, stets sind wir Gast,
Uns ruft nicht Feld noch Pflug, uns wächst kein Brot.

Wir wissen nicht, wie Gott es mit uns meint,
Er spielt mit uns, dem Ton in seiner Hand,
Der stumm und bildsam ist, nicht lacht noch weint,
Der wohl geknetet wird, doch nie gebrannt.

Einmal zu Stein erstarren! Einmal dauern!
Danach ist unsre Sehnsucht ewig rege,
Und bleibt doch ewig nur ein banges Schauern,
Und wird doch nie zur Rast auf unsrem Wege.

(Hermann Hesse)

 

Wie eine Welle

Wie eine Welle, die vom Schaum gekränzt
Aus blauer Flut sich voll Verlangen reckt
Und müd und schön im großen Meer verglänzt -

Wie eine Wolke, die im leisen Wind
Hinsegelnd aller Pilger Sehnsucht weckt
Und blaß und silbern in den Tag verrinnt -

Und wie ein Lied am heißen Staßenrand
Fremdtönig klingt mit wunderlichen Reim
Und dir das Herz entführt weit über Land -

So weht mein Leben flüchtig durch die Zeit,
Ist bald vertönt und mündet doch geheim
Ins Reich der Sehnsucht und der Ewigkeit.

(Hermann Hesse)

 

Späte Prüfung  

Nochmals aus des Lebens Weiten

Reißt mich Schicksal hart ins Enge

Will in Dunkel und Gedränge

Prüfung mir und Not bereiten.  

Alles scheinbar längst Erreichte,

Ruhe, Weisheit, Altersfrieden,

Reuelose Lebensbeichte -

Ward es wirklich mir beschieden?  

Ach, es ward von jenem Glücke

Aus den Händen mir geschlagen

Gut um Gut und Stück um Stücke

Aus ist`s mit den heitern Tagen.  

Scherbenberg und Trümmerstätte

Ward die Welt und ward mein Leben.

Weinend möcht ich mich ergeben,

Wenn ich diesen Trotz nicht hätte,  

Diesen Trotz im Grunde der Seele,

Mich zu stemmen, mich zu wehren,

Diesen Glauben, was mich quäle,

Müsse sich ins Helle kehren,  

Diesen unvernünftig zähen

Kinderglauben mancher Dichter

An unlöschbar ewige Lichter,

Die hoch über allen Höhen stehen.

(Hermann Hesse)

 

 

Ein Kind – ständig benörgelt und bekrittelt

es lernt, andere zu verachten.

Ein Kind – ständig der Böswilligkeit verdächtigt

es lernt, gegen andere zu kämpfen.

Ein Kind – ständig lächerlich gemacht und bloßgestellt

es lernt, sich nichts zuzutrauen.

Ein Kind – ständig in seinen Gefühlen beschämt

es lernt, sich schuldig zu fühlen.

Ein Kind – auch mit seinen Unarten ertragen,

es lernt, geduldig zu sein.

Ein Kind – ermutigt zum Wagnis,

es lernt, zu vertrauen.

Ein Kind – für seinen Einsatz gelobt,

es lernt, andere zu schätzen.

Ein Kind – fair als Partner behandelt,

es lernt, gerecht zu sein.

Ein Kind – beschützt in der Verlässlichkeit seiner Welt,

es lernt, den Glauben an das Gute.

Ein Kind – angenommen in gegenseitiger Anerkennung,

es lernt, sich wertvoll zu halten.

Ein Kind – geborgen in Freundlichkeit und Zuneigung,

es lernt, die Liebe in der Welt zu entdecken.

In Sand geschrieben

  Dass das Schöne und Berückende

Nur ein Hauch und Schauer sei,

Dass das Köstliche, Entzückende,

Holde ohne Dauer sei:

Wolke, Blume, Seifenblase,

Feuerwerk und Kinderlachen,

Frauenblick im Spiegelglase

Und viel andre wunderbare Sachen,

Dass sie, kaum entdeckt, vergehn,

Nur von Augenblickes Dauer,

Nur ein Duft und Windeswehen,

Ach, wir wissen es mit Trauer,

Und das Dauerhafte, Starre

Ist uns nicht so innig teuer:

Edelsteinmit kühlem Feuer,

Glänzendschwere Goldesbarre;

Selbst die Sterne, nicht zu zählen,

Bleiben fern und fremd, sie gleichen

Uns Vergänglichen nicht, erreichen

Nicht das Innerste der Seelen.

Nein, es scheint das innigst Schöne,

Liebenswerte dem Verderben

Zugeneigt, stets nah am Sterben,

Und das Köstlichste: die Töne

Der Musik, die im Entstehen

Schon enteilen, schon vergehen,

sind nur Wehen, Strömen, Jagen

Und umweht von leiser Trauer,

Denn auch nicht auf Herzschlags Dauer

Lassen sie sich halten, bannen;

Ton um Ton, kaum angeschlagen,

Schwindet schon und rinnt von dannen.  

So ist unser Herz dem Flüchtigen,

Ist dem Fließenden, dem Leben

Treu und brüderlich ergeben,

Nicht dem Festen, Dauertüchtigen.

Bald ermüdet uns das Bleibende,

Fels und Sternwelt und Juwelen,

Uns in ewigem Wandel treibende

Wind- und Seifenblasenseelen,

Zeitvermählte, Dauerlose,

Denen Tau am Blatt der Rose,

Denen eines Vogels Werben,

Eines Wolkenspieles Sterben,

Schneegeflimmer, Regenbogen,

Falter, schon hinweg geflogen,

Denen eines Lachens Läuten,

Das uns im Vorübergehen

Kaum gestreift, ein Fest bedeuten

Oder wehtun kann. Wir lieben

Was uns gleich ist, und verstehn,

Was der Wind in Sand geschrieben.

 (Hermann Hesse 1947)

 

 

 

 

       

 

 

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